Sonntag, 2. Dezember 2012



Ich war in Los Angeles. Stadt der Engel. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen es nicht zu moegen seit ich einen Text fuer die Uni gelesen hab, in der L.A. als Beispiel fuer die unendliche Stadt angefuehrt wurde und seit mein Flugzeug letzten Dezember gute 10 Minuten ueber der Stadt geflogen ist und die Lichter kein Ende nahmen. Aber sieh da, es war cool. Und von einem Aussichtspunkt in Hollywood aus auch gar nicht mal so unendlich. Jede Menge Namen und Adressen wurden da mit Kontext gefuellt. Malibu, Venice Beach, Hollywood Blv. Mit dem Walk of Fame, Beverly Hills, Santa Monica, Sunset Blv….Been there, done that. Die Orte sind die Spotlights auf der Karte, verbunden jeweils durch eine Reise in einer Metallkugel, die einen vom Rest der Stadt abschrimt. Ohne Auto geht in L.A. mal gar nichts. Mitten zwischen den Hochhaeusern im financial district wird der Buegersteig neben der dreispurigen Strasse langsam immer schmaler und finsterer, wird irgendwann zu einem fussbreiten Streifen und hoert dann ohne Warnung ganz auf. Hier laeuft man nicht. Carcity. Nils, Lisa, Naomi, Nicolas und ich hatten Freitag nach Thanksgiving ein Auto gemietet und waren gen Sueden aufgebrochen.
 (Am Abend zuvor hatten wir bei Naomi im Studierendenwohnheim on Campus aus Kuehlschrankresten ein Thanksgiving Dinner gebastelt. Irgendwer hat Pappteller auf dem Herd liegen lassen, die irgendwann zu qualmen begannen und den Feueralarm an der Decke ausloessten. 20 Minuten hat es gedauert bis das Piepen aufhoerte, so laut, dass garantiert niemand im Haus ein echtes Feuer verschlafen wuerde, aber auch so dumm konstruiert, dass es keine Moeglichkeit gab das Ding im Falle eines ungefaehrlichen Versehens manuell auszuschalten. Und so standen wir wedelnd und Feuermelder mit Klamotten bedeckend im Raum. Und das Essen war kalt.)
Wir haben in Santa Barbara gestoppt- was seltsam war, weil ich im Dezember schon so lange dort war.
Bei Sonnenuntergang erreichten wir L.A. und stoppten beim Griffith Observatory fuer das Panorama ueber die naechtliche Stadt. Das ist eine prunkvolle Art Deco Sterwarte, die von einem Typen namens Griffith J. Griffith gesponsert wurde. (yes, seine Eltern dachten wohl -hey! Der Name ist so cool, benuzten wir ihn doch gleich zweimal!!)Drinnen gibt es ein Foucaultsches Pendel und eine beeindruckende Ausstellung ueber Astronomie.
Venice Beach ist ein Zirkus. Entlang des Boardwalks kann man fuer 40$ seine medical Marijuana Karte bekommen, was wohl ungefaehr so ablaufen soll. “oh und Kopfschmerzen hast du ja auch, nicht wahr?? Und natuerlich leidest du auch unter Schlaflosigkeit, ganz klar! There you go!” man kann sich Piercings stechen lassen, Eis und Burger essen, Batikklamotten kaufen, mit Beachbikes auf und ab cruisen, mit einer Gitarre am Rand stehen, Musik machen und hoffen entdeckt zu warden und gross raus zu kommen, ohne Shirt posen, alle drei Meter in einem neuen Rythmus wippen, wenn eine Stereoanlage die naechste uebertoent…und am besten macht man alles gleichzeitig und betont laessig.
Hollywood Blv. Hat einen Haufen Sterne. Und sind Symbol fuer eine Stadt, die sich ueber viele Jahrzehnte gefeiert hat dafuer eich und schoen und entertaining zu sein. Wir ahnungslosen sind aber in die falsche Richtung abgebogen, dorthin wo Schuhgeschaefte und Boutiquen fuer Stripper_innen, Smokeshops und schaebbige Fastfood Geschaefte des Walk of Fame saeumen. Das L.A. gibt es auch, und zwar zu Hauf.
Autoblase, Highway, Freeway, Intracity Autobahn und wieder eine andere Ecke demonstriert, was L.A. auch ist. West Hollywood mit Hipstern und Shops, die wie eine konzentrierte Dosis Berlin wirken, das Getty Centre, ein weisses architektonisches Prachtstueck auf dem Berg ueber der Stadt, in dem die Crème der europaeischen pre-20. Jh Kunst ausgestellt ist. Auch L.A. ganz viele L.A’s die ich in der Kuerze der Zeit nicht uebereinander kriege. Die Schnipsel sind nicht recht verbunden, weil die Distanzen dazwischen so abstract bleiben wenn man sie mit dem Auto auf Autobahnen zuruecklegt. Ist das noch eine einzelne Stadt?
Wir waren aus an einem Abend und als wir den letzten Nachtbus zurueck zum Hostel nehmen, kotzt ein Typ auf den Boden. Der Busfahrer stoppt und laesst alle aussteigen, laesst uns mit einem Verweis auf seine Dienstvorschriften und irgendwelche Gesundheit/Risikoverordnungen mitten in der Nacht irgendwo in L.A. an einer Strassenkreuzung stehen. Als wir nach einem Taxi winken haelt ein Auto bei uns an und in dem Auto sitzen Freunde von und aus Santa Cruz. Wir wussten, dass sie auch an diesem Wochenende in die Stadt wollten, aber in dieser absurden Situation  drehen alle total am Rad. Wie absurd ist es sich mitten in der Nacht an einer bedeutungslosen Strassenkreuzung in der bevoelkerungsreichsten Stadt von Amerika zufaellig zu begenen?  Ment to happen. Alles ergibt einen Sinn. Es hatte seinen Grund, dass der Typ im Bus gekotzt hat und dass der Busfahrer uns gerade dort rausgeschmissen hat.
Auf dem Rueckweg nach Hause am Sonntag Abend wird es spaet. Erst aergern wir uns ueber diese unnoetigen Staus, die aus dem Nichts kommen und keinen tieferen Grund haben, dann erzaehlt jeder von seiner ersten Liebe, und die naechsten 150 Meilen verbringen wir damit jedes Lied zu groelen, von dem und der Text circa einfaellt. Um 1 Uhr morgens beige ich vom Highway 101 ab ins naechtliche Santa Cruz, auf dem Beifahrersitz pennt Naomi, auf der Rueckbank schlummern die anderen drei. Autofahren ist schoen.

dies Schmucke Ding beweisst, dass sich die Erde dreht. Kann man auch zu Hause nachbauen.

Nicolas likes the Westcoast

Fuer postapocalyptische: einfach mal das Zentrum einer Finanzmetropole am Feiertag besuchen. Alle Menschen sind weg...

Venice Beach

The Doctor is in. yeah bro'!

Hollywood Blv.


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