Dienstag, 25. September 2012

Mein Laptop hat sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet.... Mein Fenster zur Welt ist damit im Augenblick leicht eingeschränkt und falls mir jemand was schreiben will wisse er hiermit, dass meine Antwort etwas länger auf sich warten lassen wird.
Gruß und Kuss

Samstag, 22. September 2012

It's about to start! Jetzt fängt endlich langsam der Unikram an. Gestern bin ich mit dem Bus zum Campus hochgefahren, um an einer Einführungsveranstaltung meines Colleges (Merrill) teilzunehmen, meinen Studierendenausweis abzuholen und um dem Campus schonmal hallo zu sagen.
Soweit ich das bisher verstehe, funktioniert die UCSC ein bisschen wie Hogwarts: Es gibt 10 verschiedene Colleges, die jeweils aus Studierendenwohnheimen, Mensen, Instituten und Sozial- und Freizeitkrimskram bestehen. Jedes College hat einen eigenen architektonischen Stil und ein Motto. Merrills Motto ist "cultural identities and global consciousness"... Das ganze Konzept ist schon ziemlich Hippie. Es passt zu einer Uni, die in den 60er Jahren mitten in einem Wald gegründet wurde. Das College soll wohl sowas wie eine kleinere Einheit und Anlaufstelle innerhalb der großen gesamten Uni darstellen.
UCSC liegt oberhalb der Stadt am Ansatz der Santa Cruz Mountains. Vom unteren Teil des Campus überblickt man noch das weite Feld und die Stadt und das Meer, je weiter man aber ins Innere der Anlage vordringt, desto dichter wird der Wald. Straßen, Radwege, Fußwege führen kreuz und quer über kleine Schluchten und Täler, stets beschattet von dichten uralten riesigen Redwoods. Der Wald ist so dicht, und die Anlage so weitläufig, dass man, wenn man von einem College zu einem anderen wandern will, manchmal die Uni vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann. Eine der angebotenen Einführungsveranstaltungen besteht aus einem Pfadfindetreffen, bei dem man lernt, wie man entsprechend seinem Stundenplan am schnellsten von einem Institut zum anderen kommt, ohne sich zu verlaufen. So unfassbar schön es dort oben ist, so froh bin ich allerdings auch, dass ich nicht dort oben in der Pampa in einem Dorm wohne, sondern hier in Downtown mein Quartier habe. Es gibt eben nicht viel dort außer Uni.

 Dort oben ist jetzt gerade aber der Bär los, weil der Zeitraum, in dem die Studierenden ihre Dorms beziehen, relativ eng gesteckt ist. Das bedeutet, dass der ganzen Campus überfüllt ist mit vollgestopften Autos und Kisten schleppenden Daddies und Sandwiches auspackenden Mummies und aufgeregten 18jährigen Freshmen, die sich aus mir unerfindlichen Gründen schon alle mit Klamotten mit USCS Logo ausgestattet sind... Uni funktioniert hier ganz anders. Abgesehen davon, dass Ausbildung für amerikanische Kids 8.000 bis 15.000$ im Jahr kostet, wird die Uni auch vielmehr als in Deutschland als zu Hause mit sehr hohen Identifikationspotenzial betrachtet. Gleichzeitig ist es weniger eine Forschungseinrichtung, die auch noch ein bisschen lehrt (wie bei uns) sondern in erster Linie ein Dienstleistungsunternehmen, dessen primäres Ziel die Ausbildung der Studierenden ist. Man wird hier eindeutig mehr an die Hand genommen und es gibt mehr Angebote, gleichzeitig wird man aber auch mehr durchgehetzt als in Berlin. Klar. Bei den Gebühren hält sich besser jede_r an die Regelstudienzeit.

 Alle lieben das Maskottchen: Bananaslug ist eine breit grinsende sonnengelbe Nacktschnecke, die, wenn sie nicht gerade die Footballmannschaft anfeuert, am liebsten Platon liest.








Ansonsten habe ich in Downtown einen weiteren guten Ort gefunden, bei dem ich bestimmt nicht das letzte mal gewesen bin. Das Subrosa neben der Bike Church versteht sich als Community space. Es besteht aus einem Garten und einem kleinen Raum, in dem man gegen Spende Kaffee und Tee trinken kann, es gibt eine anarchistische Bibliothek, wechselnde Kunstaustellungen mit lokalen Künstler_innen und wöchendliche kostenlose und ehrenamtliche Kurse und Workshops.
Ich bin einfach zum Impro Theater Workshop aufgetaucht und hatte eine ganz wunderbare Zeit zusammen mit einem ganzen Haufen interessanter Menschen, mit denen ich im Anschluss auch noch zum "Open Mic" geblieben bin. Das bedeutet "offenes Mikrophon"; Jede_r darf auf die kleine Bühne und etwas machen/sagen/singen/zeigen/spielen/fragen/vorlesen....

Dieser Open Mic Abend war noch dazu Queer/Trans/Women Open Mic Abend. Das Thema, oder besser: die Frage, die den roten Faden bilden sollte, war "fühlst du dich sicher auf der Straße?"
Ich habe jetzt seit 2 Jahren in Berlin gewohnt, einer Großstadt mit 3,5 Millionen Menschen. Seit 1,5 Jahren wohne ich in Neukölln, einem Stadtteil, wo sich in den letzten Jahren bestimmt viel geändert hat, aber der vor nicht allzu langer Zeit noch bundesweit als der Problembezirk mit viel Kriminalität und Gewalttätigkeit bekannt geworden ist. Und ich hatte dort nie, nicht eine Minute Angst mitten in der Nacht alleine auf der Straße unterwegs zu sein. Und jetzt bin ich in Santa Cruz, in meinen Augen eine kleine idyllische  Countrytown mit lumpigen 60.000 Einwohnern.... und fast ausnahmslos alle an den Abend waren sich einig, dass es einige Ecken in der Stadt gibt, die sie nachts alleine als ernsthaft bedrohlich empfinden. Die Gastgeber_innen und Organisator_innen des Abends bieten an Leute auf dem Nachhauseweg zu begleiten, damit niemand vor Ende abhauen muss, weil er/sie sich auf dem Weg nach Hause so spät in der Nacht unwohl fühlt. Klar, das war das Thema das Abends und natürlich lädt dieses Setting dazu ein die krasseren Geschichten aus der Schublade zu kramen, aber dennoch hinterlässt es einen Eindruck auf mich. Von Absurdität und von einer Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht krank ist.

Erkenntnis der Woche: Es ist ein unfassbar großes Privileg in einem Land zu wohnen, in dem Bildung umsonst ist und in dem Sicherheit (weitesgehend) eine Selbstverständlichkeit ist.

Coolstes tattoo, das ich je gesehen hab: Austin von Open Mic hat auf seinem Bein ein Datum in 2015, eine Urzeit, einen Längen- und einen Breitengrad stehen. Der Ort, den diese Koordinaten beschreiben, liegt irgendwo in der Wüste in Utah. Sein Plan ist genau zu diesem Zeitpunkt an genau diesem Ort zu sein. Falls die Menschen es irgendwann tatsächlich schaffen sollten Zeitmaschinen zu konstruieren und falls er irgendwann in seinem späteren Leben die Gelegenheit haben sollte eine Zeitmaschine zu benutzen, dann wird er sich dort treffen. (und man weiß ja nicht wie präziese die Dinger sein werden, deswegen ist der Treffpunkt in der Wüste, damit er sich auch noch finden wird und sich zuwinken kann, falls er nur irgendwo grob im Unkreis dieses Punktes ausgespuckt werden sollte.)

Nachtrag: Es ist 21:30 und ich komme gerade vom Campus, wo das Merrill-Welcome Treffen war. Nunja, der Titel der Veranstaltung ließ relativ offen, was mich dort erwarten würde. Ich kam ein bisschen zu spät und es hatte schon angefangen: Stellt euch eine Aula vor mit Bühne und Lichtanlage, in der um die 300 18jährige sitzen.  Auf der Bühne stehen ein Haufen Studierende, die ich als sowas wie die Fachschaft einordnen würde, und die sangen...tanzten....sketsche vorführten....wie man am besten sein Unileben gestalten könne. Es gab den ich-komme-mit-meinem-roommate-nicht-klar-song, den Mama-versteh-endlich-dass-ich-erwachsen-bin-song (quote: "stop, don't no, please- Mommy I'm a big girl now!"), den ich-passe-auf-dass-ich-mir-keine-geschlechtskrankheiten-einfange-song und den -mein-freund-ist-vielleicht-gay-aber-das-macht-nix-song (quote: "If you'd be gay that's ok, if you'd be queer I'd still be here").....jeweils playback auf eine bekannte Melodie und inklusive Choreografie. Ohne Scheiß. Nachdem ich etwa eine Stunde mit heruntergeklappter Kinnlade in der letzten Reihe gesessen hatte, bin ich diskret aufgestanden und gegangen, gerade als ein Mädchen auf der Bühne unter Schluchzen darüber sang, dass ihr Freund sie verlassen hat und sie jetzt niemanden mehr hat, da sie in der Beziehung sämtliche andere Kontakte hat schleifen lassen (auf eine Melodie von Les Miserables) Halleluja.








Mittwoch, 19. September 2012

Beachlife


Und da ist er, der Pazifik. Heute hab ich mich endlich überwunden ihm hallo zu sagen und eine runde ins kühle Nass zu steigen- glaubt mir, es ist KALT, irgendwelche Strömungen aus Alaska... Außerhalb des Ortes wechseln sich entlang des Highway 1 niedrige Steilküsten und versteckte kleine Strände ab.
 Boardwalkpanorama und (fast) der Ausblick aus meinem Zimmer. Das bunte Dings ist das Casino. Dahinter versteckt sich der Strand.
Boardwalk am Sonntag...

...und Boardwalk unter der Woche.

der Seelöwentrack: http://www.youtube.com/watch?v=1u0iQj2j5mE

Birdwatching mit Oli und Eric

The Giant Dipper: seines Zeichens die fünftälteste Achterbahn der USA. Seit 1924 werden Leute hier durchgeschüttelt. Ich hatte sie unterschätzt. Ist rasant der alte Holzhaufen!


Freitag, 14. September 2012

Santa Cruz Impressionen:
Die ganze Woche schon durchstreife ich das Städtchen, erst zu Fuß, seit zwei Tagen aber bereits mit meinem neuen Fahrrad. Es parkte am Straßenrand und hatte ein Schild angeklebt "bike for sale- 50$ - und eine Telefonnummer" also rief ich an und war knappe 15 Minuten später stolze Besitzerin eines uralten sehr hippen grassgrünen Rennrades. Ich fragte Leute nach dem nächsten Fahhradladen, wo ich ein Schloss kaufen wollte, um meinen neuen Besitz zu sichern und hätte kaum mehr Glück haben können, als mich jemand zur "Bike Church" schickte. Dabei handelt es sich nämlich nicht nur um einen Laden für Ersatzteilen und so Krimskrams wie Schlösser, sondern auch um eine do-it-yourself-Werkstatt, in der man gegen Spende an seinem Rad rumschrauben kann. Ich hatte eigentlich vor nur den Sattel höher zu stellen, aber hatte sofort eine hilfreiche und sehr enthusiastische kleine Frau an meiner Seite. Rita ist dort Volunteer, versteht von dieser  ganzen Bike-Angelegenheit wohl viel und nahm mein klappriges Rad als Herrausforderung und unter ihre Fittiche. Unter ihrer Anleitung schraubte ich gut 2 Stunden begeistert an dem Rad herum: Gangschlatungen ölte, Ketten verlängerte und weiß der Geier was noch alles. Es war etwas zwischen Detektivarbeit und Chirurgie: "Oh da klappert noch was...lass uns mal die Schraube hier lösen und gucken, ob die Feder dort noch gespannt ist..neiin, dann wird es vielleicht ein verhärtetes Kabel sein...ein bisschen Öl..." Am Sonntag ist "womens day" in der Bike Church, dann erneuern wir die Reifen und die Bremsklötzchen :) Es fährt sich ganz famos bisher, obgleich sich mein Hintern und meine Muskeln an diese doch sehr andere ief gebeugte  Fahrposition erst noch gewöhnen müssen. Aber es ist unglaublich schnell und und mir gefällt es sehr hier durch die Gegend zu flitzen.
Einige km Küste sind ebenfalls bereits erkundet. Es gibt den Boardwalk Strand, den Strand neben dem Yachthafen und in die andere Richtung viele km von steilen Kliffs und winzigen steinigen Buchten. Unter dem langen Pier, der vom Boardwalk ins Wasser reicht ruhen sich Seelöwen auf den dicken Querstreben aus. Über eine Treppe kann man bis auf Wasserlevel runtersteigen und beobachten, wie diese fetten Riesen sich aus dem Wasser auf die Balken hiefen und dort übereinandergeschichtet schlummern. Gemütlich sieht das aus, so Kopf an Popo. Sie sind so fett, dass sie ein bisschen so aussehen wie Gefrierbeutel, die, mit etwas Flüssigem befüllt, irgendwo liegen und von ihrer eigenen Masse gespannt werden. Ich kann das Gebölke dieser riesigen Klöpse bis zu mir nach Hause hören.
Wenn ich nicht gerade wandere oder radfahre, bin ich oft in dem einen Cafe in Downtown. Es ist ein sehr altes Holzhaus mit einer großen Veranda, einer Gartenterasse und einem Inneren, dass wie ein gigantisches Wohnzimmer aussieht. Ein bisschen so, als hätten Hippies einen viktorianischen Herrenclub übernommen. Man kann ganz phantastisch lesen dort und nebenbei Leute beobachten. So langsam erkenne ich ein paar Motive. Ich mache mal ein paar Schubladen auf:

-die Jugend ist unglaublich cool, alle skateboarden, auch oder besonders die Mädels. T-shirts mit einem bestimmten "Santa Cruz" Aufdruck sind sehr in, 90er Jahre und New Age Krams auch. Grüne Haare auch.

-Es gibt für eine so kleine Stadt hammerviele homeless people (falls ich nicht, wie gesagt viele alte Intellektuelle aus versehen mit in den Topf schmeiße. Aber man kann ja auch intellektuell und obdachlos in einem sein...) Viele laufen, laut vor sich hinschimpfend oder murmeld, durch die Gegend, andere aber kommen mit irgendwas Nettem daher:  Einer ergötzt mit einem rappeligen Kassettenspieler die Passanten und Cafegäste mit einem klassischen Klavierkonzert, ein anderer verteilt bei Spende kleine Origamikraniche.

-Tiermode: Ein Mädchen trägt einen Haarreifen auf ihrem Kopf, der ihre Dreads ergänzt um ein Paar aus Filz geformte Bockshörner. Eine andere trägt eine Fellmütze mit Ohren und einen flauschigen Schwanz, der an ihren Arsch gepinnt ist- sie ist ein Waschbär. Alles klar.

-Eine Unterhaltung, der ich heute folgen durfte, war besonders phantastisch und vielleicht nicht ganz unrepresentativ:  "well, I work as a math teacher in Highschool, but my actual passion is shamanism and spirituality and natures old energy flow. Ya know...that kinda stuff here." Und deutet dabei auf einen Plastikblumentopf mit einem fleischigen Kaktusgewächs, das ein bisschen an ein Hirn erinnert, und welches vor ihm auf dem Cafetischchen steht.

Ich füttere euch mit Stereotypen, das ist ein bisschen fies, aber ihr kriegt einen Eindruck, was für eine Sorte Mensch in diesem Städtchen rumhüpft. Es ist unglaublich komisch manchmal. Klasse






Dienstag, 11. September 2012

Santa Cruz macht Pause. Die Touristen, die im Sommer die Motels und Strandrestaurants füllen sind gerade weg, die Studierenden, die für den übrigen Teil des Jahres die Stadt einnehmen werden, sind noch nicht wieder da. Aber ich bin schon da. Seit gestern. 
Letzte Woche habe ich meine Sachen gepackt, mein Zimmer geleert für Mathi, meine Lieben verabschiedet, noch einmal tief die Berliner Luft eingeatmet und bin dann in den Flieger gestiegen. Am 05. Sept. Die Stadt meint es im Sommer gut mit mir. Warum genau verlasse ich nochmal die augenblicklich wahrscheinlich aufregendste und zudem günstigste Metropole des Kontinents (wenn nichts des Planeten!)?
 Es wird anders hier. Aber es wird gut, das weiß ich. Wenn auch kontrastreich: Santa Cruz ist eine kleine 60.000 Einwohner Stadt eingebettet zwischen den mit gigantischen Redwoods bewaldeten Bergen der Santa Cruz Mountains und dem hier eiskalten Pazifik. Bis auf das Hotel am Strand, bin ich bisher keinem Gebäude mit mehr als vier Stockwerken begegnet. Downtown ist entzückend und innerhalb von 10 Minuten durchwandert. Hier fällt es manchmal schwer die Obdachlosen von den Intellektuellen zu unterschieden, und die Uni besteht aus funktionalen modernen (aber nicht unästhetischen) Bauten, die verstreut sind über ein gigantisches Waldareal, statt aus jahrhundertealten historischen Prachtbauten in geschichtsschwangerem Setting. Kontrast. Vielleicht wird es Sinn ergeben, vielleicht machen beide Orte jeweils erst durch den Vergleich etwas her. 
Ich habe mein Apartment bezogen (jawoll, für mich ganz allein!), das ich schon von Deutschland aus organisieren konnte. Es ist teuer (fragt nicht...argh.), aber super gut. Außerdem muss ich dadurch, dass es eine voll möblierte Ferienwohnung ist, keine Möbel und so Kladderadatsch kaufen. Ich bin die erste hier, aber in den kommenden Tagen ziehen noch andere Studierende in die übrigen 6 Apartments hier auf dem Grundstück ein und von daher wohne ich demnächst mit (hoffentlich) netten Menschen Tür an Tür. Darüber hinaus ist die Lage unglaublich. In 10 Minuten bin ich zu Fuß Downtown. In 3 Minuten bin ich am Strand. Ich könnte ihn von meinem Fenster aus sehen, wenn nicht ein gigantisches Gebäude des Boardwalks davor stehen würde. Boardwalk ist eine Untertreibung: Es handelt sich bei diesem Arrangement nicht etwa um einen einfachen Fußweg aus Bohlen, welcher der Küstenlinie folgen würde, nein. Der Boardwalk ist ein Erlebnispark, eine fest installierte Kirmes mit zwei Achterbahnen, einem FreeFallTower, lauter Karussels, Fressbuden, Souvenirständen und sonstigen Amusements.Das Quitschebunte Haus, das mich von Meerblick abhält, nennt sich Casino. Ich war heute mal drin. Es handelt sich dabei um eine große Halle, die gefüllt ist mit lauter Spielautimaten von der Sorte, die einen irgendwas Spannendes machen lassen: Autorennen, Laserpistolen schießen, digitales Ponyreiten, Kegeln, Boxen oder Gitarre spielen. Jeder Automat hat seine eigene Musikbeschallung, es ist dunkel in dem Saal, damit alle Blinkelichter zur Geltung kommen können und zur Verpflegung gibt es Softdrinks und Eis. Ein Schild am Eingang weist darauf hin, dass neben Rauchen, Trinken, Hunden etc auch das zur Schau stellen von Gangsymbolen und Gesten verboten sei. Hier verbringt die amerikanische Jugend also ihren Sommerurlaub. Aber die Touristen sind schon weitesgehen weg, wie gesagt.
Ich bin also abgeflogen, liebevoll am Flughafen verabschiedet von Felicitas (und Leon, der sich allerdings im Flughafen vertan hatte und mir telefonisch von Schönefeld aus gute Reise wünschte). Beim Landeanflug in Düsseldorf konnte ich den Rhein erkennen...und Krefeld mit dem einen hässlichen Hochhaus in seiner Mitte wie ein vorstehender Zahn...und den Ausläufer von Hüls...und, tatsächlich hinter den Wäldern und Winderäder: Kempen und St.Hubert!!
Der Flug von Düsseldorf nach San Francisco war entspannt, weil das Flugzeug so leer war, dass der Sitz rechts und links von mir leer waren. Airberlin stellt jedem Sitz einen kleinen Bildschirm zur Verfügung, mit dem man nach herzenslust Serien und Filme konsumieren darf.
 In San Francisco bin ich gelandet und Eric hat mich vom Flughafen abgeholt. Es ist komplett surreal aber auch beruhigend bei diesem ganzen Abenteuer an Orten und mit Menschen zu beginnen, die ich schon kenne. Das Haus von Erics Dad, die Familie, Richmond, Berkeley, San Francisco. Ich bin es nicht gewöhnt an Orte zurückzugehen, meine Reisen bisher waren immer one-way.
Eric und ich werden hier nicht zusammen sein. Aber ich mache das Beste daraus. Er ist auch so noch da für mich als Freund. Und ich hatte lange genug Zeit mich mit dem Gedanken auseinander zu setzten, dass dieses Austauschjahr mein persönliches Abenteuer und meine eigene unabhängige Herausforderung sein würde. Aber natürlich: It sucks.

ich habe übrigens eine Adresse und seit heute auch eine Telefonnummer.
Surfside Apt
311 Cliff street
95060 Santa Cruz
California
USA

 Telefon:
+1 831 334 6865

Bei skype bin ich als "Katharina4413" zu finden.


guckst du:
 https://maps.google.com/maps?q=311+cliff+street+santa+cruz&oe=utf-8&client=firefox-a&ie=UTF-8&ei=LBNQUPKiM8KRiQK014GQDQ&ved=0CAgQ_AUoAA

eigene Bilder folgen baldigst

In meinem Apartment gibt es eine Küchen-Nische, in die man nur alleine reinpasst. Das gleiche gilt für das Bad. Der Kühlschrank hingegen wäre groß genug für eine sechsköpfige Familie. Ich weiß nur noch nicht, womit ich ihn jedoch füllen soll. Bis auf einen teuren BioSupermarkt ist mir noch kein Lebensmittelgeschäft begegnet. Aber Brot, Käse, Eier, saure Gurken (jaja...the germans...) versorgen mich bislang ganz gut und sonst springt im Zweifelsfalle der kleine Burrito/Taco Imbiss ein... Mexican Food- I love you

Am Wochenende soll hier Trödelmarkt sein, hoffentlich finde ich dort ein Fahrrad. Dadurch, dass es hier fast nur Häuschen mit ein bis zwei Stockwerken und einem Garten drum herum gibt, schafft es eine Stadt mit 60.000 Einwohnern doch sich weit auszudehnen und im wahrsten Sinne des Wortes weitläufig zu sein. Füße. Ich möchte in den Wald fahren.

Ich vermisse euch alle! schreibt mir, ich freue mich!