Santa Cruz macht Pause. Die Touristen, die im Sommer die Motels und Strandrestaurants füllen sind gerade weg, die Studierenden, die für den übrigen Teil des Jahres die Stadt einnehmen werden, sind noch nicht wieder da. Aber ich bin schon da. Seit gestern.
Letzte Woche habe ich meine Sachen gepackt, mein Zimmer geleert für Mathi, meine Lieben verabschiedet, noch einmal tief die Berliner Luft eingeatmet und bin dann in den Flieger gestiegen. Am 05. Sept. Die Stadt meint es im Sommer gut mit mir. Warum genau verlasse ich nochmal die augenblicklich wahrscheinlich aufregendste und zudem günstigste Metropole des Kontinents (wenn nichts des Planeten!)?
Es wird anders hier. Aber es wird gut, das weiß ich. Wenn auch kontrastreich: Santa Cruz ist eine kleine 60.000 Einwohner Stadt eingebettet zwischen den mit gigantischen Redwoods bewaldeten Bergen der Santa Cruz Mountains und dem hier eiskalten Pazifik. Bis auf das Hotel am Strand, bin ich bisher keinem Gebäude mit mehr als vier Stockwerken begegnet. Downtown ist entzückend und innerhalb von 10 Minuten durchwandert. Hier fällt es manchmal schwer die Obdachlosen von den Intellektuellen zu unterschieden, und die Uni besteht aus funktionalen modernen (aber nicht unästhetischen) Bauten, die verstreut sind über ein gigantisches Waldareal, statt aus jahrhundertealten historischen Prachtbauten in geschichtsschwangerem Setting. Kontrast. Vielleicht wird es Sinn ergeben, vielleicht machen beide Orte jeweils erst durch den Vergleich etwas her.
Ich habe mein Apartment bezogen (jawoll, für mich ganz allein!), das ich schon von Deutschland aus organisieren konnte. Es ist teuer (fragt nicht...argh.), aber super gut. Außerdem muss ich dadurch, dass es eine voll möblierte Ferienwohnung ist, keine Möbel und so Kladderadatsch kaufen. Ich bin die erste hier, aber in den kommenden Tagen ziehen noch andere Studierende in die übrigen 6 Apartments hier auf dem Grundstück ein und von daher wohne ich demnächst mit (hoffentlich) netten Menschen Tür an Tür. Darüber hinaus ist die Lage unglaublich. In 10 Minuten bin ich zu Fuß Downtown. In 3 Minuten bin ich am Strand. Ich könnte ihn von meinem Fenster aus sehen, wenn nicht ein gigantisches Gebäude des Boardwalks davor stehen würde. Boardwalk ist eine Untertreibung: Es handelt sich bei diesem Arrangement nicht etwa um einen einfachen Fußweg aus Bohlen, welcher der Küstenlinie folgen würde, nein. Der Boardwalk ist ein Erlebnispark, eine fest installierte Kirmes mit zwei Achterbahnen, einem FreeFallTower, lauter Karussels, Fressbuden, Souvenirständen und sonstigen Amusements.Das Quitschebunte Haus, das mich von Meerblick abhält, nennt sich Casino. Ich war heute mal drin. Es handelt sich dabei um eine große Halle, die gefüllt ist mit lauter Spielautimaten von der Sorte, die einen irgendwas Spannendes machen lassen: Autorennen, Laserpistolen schießen, digitales Ponyreiten, Kegeln, Boxen oder Gitarre spielen. Jeder Automat hat seine eigene Musikbeschallung, es ist dunkel in dem Saal, damit alle Blinkelichter zur Geltung kommen können und zur Verpflegung gibt es Softdrinks und Eis. Ein Schild am Eingang weist darauf hin, dass neben Rauchen, Trinken, Hunden etc auch das zur Schau stellen von Gangsymbolen und Gesten verboten sei. Hier verbringt die amerikanische Jugend also ihren Sommerurlaub. Aber die Touristen sind schon weitesgehen weg, wie gesagt.
Ich bin also abgeflogen, liebevoll am Flughafen verabschiedet von Felicitas (und Leon, der sich allerdings im Flughafen vertan hatte und mir telefonisch von Schönefeld aus gute Reise wünschte). Beim Landeanflug in Düsseldorf konnte ich den Rhein erkennen...und Krefeld mit dem einen hässlichen Hochhaus in seiner Mitte wie ein vorstehender Zahn...und den Ausläufer von Hüls...und, tatsächlich hinter den Wäldern und Winderäder: Kempen und St.Hubert!!
Der Flug von Düsseldorf nach San Francisco war entspannt, weil das Flugzeug so leer war, dass der Sitz rechts und links von mir leer waren. Airberlin stellt jedem Sitz einen kleinen Bildschirm zur Verfügung, mit dem man nach herzenslust Serien und Filme konsumieren darf.
In San Francisco bin ich gelandet und Eric hat mich vom Flughafen abgeholt. Es ist komplett surreal aber auch beruhigend bei diesem ganzen Abenteuer an Orten und mit Menschen zu beginnen, die ich schon kenne. Das Haus von Erics Dad, die Familie, Richmond, Berkeley, San Francisco. Ich bin es nicht gewöhnt an Orte zurückzugehen, meine Reisen bisher waren immer one-way.
In San Francisco bin ich gelandet und Eric hat mich vom Flughafen abgeholt. Es ist komplett surreal aber auch beruhigend bei diesem ganzen Abenteuer an Orten und mit Menschen zu beginnen, die ich schon kenne. Das Haus von Erics Dad, die Familie, Richmond, Berkeley, San Francisco. Ich bin es nicht gewöhnt an Orte zurückzugehen, meine Reisen bisher waren immer one-way.
Eric und ich werden hier nicht zusammen sein. Aber ich mache das Beste daraus. Er ist auch so noch da für mich als Freund. Und ich hatte lange genug Zeit mich mit dem Gedanken auseinander zu setzten, dass dieses Austauschjahr mein persönliches Abenteuer und meine eigene unabhängige Herausforderung sein würde. Aber natürlich: It sucks.
ich habe übrigens eine Adresse und seit heute auch eine Telefonnummer.
Surfside Apt
311 Cliff street
95060 Santa Cruz
California
USA
Telefon:
Bei skype bin ich als "Katharina4413" zu finden.
guckst du:
https://maps.google.com/maps?q=311+cliff+street+santa+cruz&oe=utf-8&client=firefox-a&ie=UTF-8&ei=LBNQUPKiM8KRiQK014GQDQ&ved=0CAgQ_AUoAA
eigene Bilder folgen baldigst
Telefon:
+1 831 334 6865
Bei skype bin ich als "Katharina4413" zu finden.
guckst du:
https://maps.google.com/maps?q=311+cliff+street+santa+cruz&oe=utf-8&client=firefox-a&ie=UTF-8&ei=LBNQUPKiM8KRiQK014GQDQ&ved=0CAgQ_AUoAA
eigene Bilder folgen baldigst
In meinem Apartment gibt es eine Küchen-Nische, in die man nur alleine reinpasst. Das gleiche gilt für das Bad. Der Kühlschrank hingegen wäre groß genug für eine sechsköpfige Familie. Ich weiß nur noch nicht, womit ich ihn jedoch füllen soll. Bis auf einen teuren BioSupermarkt ist mir noch kein Lebensmittelgeschäft begegnet. Aber Brot, Käse, Eier, saure Gurken (jaja...the germans...) versorgen mich bislang ganz gut und sonst springt im Zweifelsfalle der kleine Burrito/Taco Imbiss ein... Mexican Food- I love you
Am Wochenende soll hier Trödelmarkt sein, hoffentlich finde ich dort ein Fahrrad. Dadurch, dass es hier fast nur Häuschen mit ein bis zwei Stockwerken und einem Garten drum herum gibt, schafft es eine Stadt mit 60.000 Einwohnern doch sich weit auszudehnen und im wahrsten Sinne des Wortes weitläufig zu sein. Füße. Ich möchte in den Wald fahren.
Ich vermisse euch alle! schreibt mir, ich freue mich!
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